Schwarm-Idiotie

Fiktion und Realität, eine kleine Geschichte. Als das Buch „Fatwa Deppen“ in die Tasten gehauen wurde, erfand der Autor bewusst einen Filmemacher, der sich in einem fiktiven Film nach dem Vorbild von „Life of Brian“ über Mohamed lustig macht. Die Folgen dieser Idee werden dann in dem Buch behandelt. Das Buch erschien, es war ein Roman.

Dann kam ein Amerikaner auf eben jene Film-Idee, real. Vielleicht erinnert sich der geneigte Leser noch, der Islamist bestimmt. Der reale Film ist, um es höflich zu formulieren, grottenschlecht. Ausschnitte sind noch auf Youtube zu finden. Schauen sie sich einfach erneut „Brian“ an. Zum hundertsten Mal, egal. Python bleibt ungeschlagen. Der Film zeigt folgendes Dilemma: Wenn eine Person glaubt, er sei Gottes Sohn oder n anderer Verwandter, dann kann man ihn problemlos kreuzigen, oder heute wahlweise einweisen. Wenn eine ganze Gruppe Personen glaubt, dass der Typ Gottes Sohn ist, dann wird einweisen logistisch schwierig. Es entsteht eine Religion, und dann hat man den veganen Salat.

Religion ist also im Wesentlichen eine Frage der Schwarm-„Intelligenz“. Wobei hier die Anführungszeichen gar nicht fett genug markiert werden können. Das ist derselbe Schwarm, der in den 1940ern mit jubelndem „Ja“ antwortete auf die Frage, ob man den „totalen Krieg“ wolle. Und der heute im Internet Shitstorms auf Menschen niedergehen lässt, welche eine andere Meinung vertreten als die eigene. Dass das klassische Schwarmtier der Fisch ist, und dieser wiederum das Symbol der … ähm, sicherlich reiner Zufall.

Ich wurde in den letzten Tagen und Wochen wieder vermehrt auf den Blog hier angesprochen, häufig mit den Fragen verknüpft, ob ich „wisse was ich tue, sterben wolle, vom US-Geheimdienst bezahlt würde, unbedingt provozieren müsse“. Die Antworten in numerischer Reihenfolge: „Ja, nicht zwingend, leider nein, wieso nicht“. Weil dem so ist, hier noch n paar ausgewählte News des Tages:

Indonesien ist das Land mit den meisten Muslimen weltweit. Das sieht der IS anders, für die sind die Menschen dort deutlich zu wenig gläubig. Also haben sie vor n paar Tagen mit einem Anschlag Fernost terrorisiert. Die Reaktion der dortigen Regierung und der Menschen ist erwähnenswert. Man betrauert die Toten, verlacht aber auch den IS für seinen dilettantischen Anschlag. Und, sofort haben sich muslimische Verbände, die 60 Millionen Gläubige vertreten, gegen den Terror gestellt. Deutlich. Die grosse Mehrheit steht hinter ihrem säkularen Staat. Eine Arabisierung soll unbedingt verhindert werden, die Nachrichten zeigen, was passiert, wenn Religion und Staat nicht getrennt sind. Nach den Anschlägen von Bali 2002 von Al-Kaida ging die Polizei mit aller Härte gegen die Zellen im Land vor. Das wird man auch jetzt tun. Und die indonesischen Kämpfer des IS, die aus Syrien zurückkommen, werden einen schweren Stand haben.

In Kenia, einem weiteren Ferienziel für uns Touristen mit Sonnensehnsucht, ist ein Schulleiter zum Nationalhelden geworden, post mortem. Ein Bus wurde von Islamisten angehalten, die Insassen wurden nach Religion getrennt. Wer keine Suren aus dem Koran auswendig kannte, also Christ war, wurde erschossen. Das kommt in Kenia immer mal wieder vor. Der Schulleiter nun, Moslem, weigerte sich, den Anordnungen Folge zu leisten. Er wollte die Christen schützen, und wurde selbst erschossen. Kenias Polizeichef bezeichnete den Toten als „wahren Helden“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ach, und dass in Pakistan die Taliban eine Universität angriffen (Wissen ist böse), sei hier nur kurz notiert. Anzahl Tote: 21. Plus die Angreifer. Weiss eigentlich jemand, wie gut das Atomwaffen-Arsenal dieses Musterstaates gesichert ist? Und das von denselben Politikern, die Osama bin Laden schützend in ihrem Land leben liessen, jahrelang? Nur weil ich mir dachte, wenn mir der Gedanke kommt, vielleicht haben ja die Islamisten auch schon mal drüber gegrübelt. Ein IS mit Atomwaffen, von mir aus auch „Waffe“, Singular, schöner Gedanke…

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