Weihnachts-Dank allen Legionären

Desaster am Morgen früh. Stammcafe im Halbschlaf, Kaffee wirkt noch nicht, Körper kämpft immer noch oder schon wieder gegen irgendwelche Erkältungen… mit anderen Worten; alles doof. Da hilft nur Routine soweit möglich. Dumm dann, wenn nicht möglich. Weil, kein „Tages-Anzeiger“, um mich auf die Welt einzuschiessen. Nichts da. Andere Kunden im Cafe waren schneller. Wie gesagt: Desaster.

Was tun? Ersatzzeitung. Weil nichts ernst zu nehmendes griffbereit ist (und die ernstzunehmende NZZ um diese Tageszeit deutlich zu ernst ist), der Griff zum „Tagblatt“. Was hätte ich tun sollen? Egal. Jedenfalls findet sich ein Artikel über Westler, die in den Heiligen Krieg GEGEN den IS ziehen. Sie verbünden sich mit den Kurden. Die Unterschiede zu den Islamisten auf der anderen Seite in den Schützengräben scheinen gar nicht so gross, dies die Quintessenz des Artikels. Auf beiden Seiten finden sich Abenteurer aus der ganzen Welt. Auf beiden Seiten ist man überzeugt, etwas Sinnvolles zu tun. Auf beiden Seiten machen sich die Eltern im Heimatland grosse Sorgen. Rein strukturell ist die Analyse nicht falsch.

Langsam wirkt der Kaffee doch. Der Artikel ist kurz, ich nehme mir lange Zeit fürs Studium. Suche nach dem moralischen Subtext. Finde ihn auch. Fazit des Journalisten: Nicht nur im reinen Verhalten, auch in der Sache bestünde eigentlich kein Unterschied zu den Jihadisten, jenen aus dem Westen, oder den lokalen aus Syrien und dem Irak.

An diesem Punkt fällt mein Auge auf einen zweiten, noch kleineren Text in der Zeitung. Null Zusammenhang. Die Zeit der Besinnung und der Einkehr sei auch eine des Dankesagens. So fordert das Blatt seine Leser auf, mit einer A4-Seite zu erklären, wem man dieses Jahr danken wolle, und wofür. Ich vermute, es werden Texte eingehen, in denen Mama gedankt wird für das Geschenk der Geburt. Oder dem Dalai Lama für seine ach so weisen Worte, egal wozu. Alternativ auch Onkel Armin für die Spenderniere, oder Lotto Schweiz, welche die richtigen Zahlen aus der Kugel gezogen haben.

Mir fällt grade auf, dieser Text wird präzise eine A4-Seite lang. In diesem Sinne: Danke. Den Kämpfern gegen den IS. Vielleicht ist ihre Motivation eine andere, als es meine wäre. Oder mir in den Kram passt. Vielleicht sind sie wirklich zum Teil auf Abenteuer aus, und vor allem dies. Aber ich persönlich sage danke. Das ist nicht viel. Und müsste mehr sein. Aber momentan hab ich nur diesen Mini-Blog. In diesem Sinne: Kick asses, and Merry Christmas. Macht sie nieder, mit allen euch zur Verfügung stehenden Mitteln. Herrgott noch mal würde ich lieber ne andere Weihnachtsbotschaft versenden.

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